Musica en los margines?

Erik Satie, Musica en los margines

Erik Satie, ¿música en los márgenes? 

ed. Tatiana Aráez Santiago, Yvan Nommick et Elena Torres Clemente

Granada (Comares Música) 2024, 424 pp.

 

Dieser Sammelband enthält Beiträge zu den Symposien gleichen Namens in Montpellier 2019 und Madrid 2022 und einen Nachruf auf Ornella Volta. Inmitten dieser bunten Mischung von musikwissenschaftlichen Aufsätzen und historischen Studien haben insbesondere die über hundert Seiten Gewicht, die der „Spur“ Saties in Spanien folgen (pp. 165-278): Von Interesse sind dabei vor allem die vielen bislang unbekannten Anekdoten, welche die Aufführungen von Parade in Madrid und Barcelona kurz nach der Pariser Premiere umranken sowie die Reflexe der Unterdrückung der gewagten Ansätze Saties in der weiteren Rezeption. Hinzu kommen noch viele weitere Details auch aus der Frühzeit Saties. In dieser Sektion ragen hervor:

Elena Torres Clemente, La recepción temprana de Erik Satie en España: del ostracismo a la fascinación, p. 165-196 und

Idoia Murga CastroLos ballets de Satie en la escena española, p. 197-222.


Als weitere ertragreiche und innovative Ansätze hervorzuheben sind insbesondere diejenigen von:

Jordan MeunierHumor grotesko y subversión a través de la risa en las canciones paródicas de Erik Satie y Vincent Hyspa (1898-1909), p. 49-74 und

Tatiana Aráez SantiagoLos años de formación de Erik Satie en la Schola Cantorum, p. 77-107.

 

Abgerundet wird der Band von einer herausragenden musikwissenschaftlichen Untersuchung der Tänze aus Saties Drama Le Piège de Méduse von Yvan Nommick, der die beiden Symposien fachlich souverän zu leiten verstanden hat und ein perfekter Gastgeber war. Er stellt hier einige romantische Modelle (etwa F. Chopins Mazurka op. 17, Nr. 4, aber auch einige Stellen bei F. Liszt) als mögliche parodistische Perspektiven des Komponisten vor. Die Musik von Claude Terrasse für Jarrys Ubu Roi wird als Hintergrund für Saties Parodiestil mit einem Beispiel dargestellt. Nommick schreibt ganz im Geiste Saties: Mit einem Federstrich gelangt er zu Beobachtungen von beeindruckender Tiefe.

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